Die Förderlandschaft für energetische Sanierungen ist 2026 so umfangreich wie nie, aber auch so unübersichtlich wie nie. Wer hier den Überblick verliert, lässt schnell tausende Euro liegen oder verliert die Förderung ganz, weil ein formaler Schritt übersehen wurde. Dieser Artikel ordnet die BAFA-Förderung 2026 klar: was gefördert wird, wie hoch die Zuschüsse sind, welche Fallen es gibt und wie sich das Maximum herausholen lässt.
Der häufigste Irrtum überhaupt: Viele glauben, die BAFA fördere auch den Heizungstausch. Das stimmt seit der BEG-Reform im Januar 2024 nicht mehr. Seitdem ist die Förderung auf zwei Stellen aufgeteilt, und diese Trennung müssen Sie kennen.
Die BAFA ist zuständig für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik: Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke, Austausch von Fenstern und Türen, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie die Optimierung bestehender Heizungen (hydraulischer Abgleich, Pumpentausch). Die KfW dagegen ist seit 2024 zuständig für den Heizungstausch, also etwa den Einbau einer Wärmepumpe, über das Programm 458. Wer eine neue Heizung plant, landet bei der KfW, nicht bei der BAFA.
Für die klassischen BAFA-Einzelmaßnahmen gilt 2026 ein klares Schema. Die Grundförderung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Wurde die Maßnahme in einem individuellen Sanierungsfahrplan empfohlen, kommen 5 Prozentpunkte iSFP-Bonus hinzu, womit der Satz auf 20 Prozent steigt.
Gefördert werden insbesondere die Dämmung der Gebäudehülle, der Austausch von Fenstern und Außentüren, Maßnahmen für sommerlichen Wärmeschutz, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Mess- und Regelungstechnik (Smart Home) sowie die Heizungsoptimierung. Voraussetzung sind technische Mindestanforderungen, etwa definierte U-Werte, die ein Energieeffizienz-Experte vorab festlegt und prüft. Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 300 Euro brutto.
Entscheidend für die tatsächliche Fördersumme ist die Deckelung der förderfähigen Kosten. Ohne individuellen Sanierungsfahrplan liegt die Höchstgrenze bei 30.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr. Mit iSFP verdoppelt sie sich auf 60.000 Euro pro Wohneinheit.
Was das konkret bedeutet, zeigt ein Beispiel: Bei 20 Prozent Förderhöhe ergeben sich aus 60.000 Euro bis zu 12.000 Euro Zuschuss, etwa für eine Fassadendämmung. Ohne iSFP wären bei gleicher Maßnahme nur 30.000 Euro förderfähig, also maximal 4.500 Euro bei 15 Prozent. Der individuelle Sanierungsfahrplan ist damit der größte Hebel im gesamten BAFA-System. Wie er funktioniert und warum er sich fast immer rechnet, erläutern wir ausführlich im Ratgeber-Beitrag zum individuellen Sanierungsfahrplan. Die Mechanik des 5-Prozent-Bonus erklären wir im Beitrag zum iSFP-Bonus.
Oft übersehen: Auch die Energieberatung mit Sanierungsfahrplan wird vom BAFA gefördert, über das Programm Energieberatung für Wohngebäude. Der Zuschuss beträgt 50 Prozent des Beratungshonorars, maximal 650 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und 850 Euro für Wohngebäude ab drei Wohneinheiten. Bei einer Erläuterung in einer Eigentümerversammlung sind bis zu 250 Euro zusätzlich möglich.
Auch die Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten wird mit 50 Prozent gefördert. Diese Förderung kommt zusätzlich zur Förderung der eigentlichen Maßnahme und hat eine eigene Höchstgrenze. Wer professionell planen lässt, spart am Ende oft mehr, als die Planung kostet, weil teure Fehler vermieden werden.
Es gibt einen Fehler, der die komplette Förderung kostet: den Antrag zu spät stellen. Der Förderantrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Als Beginn gilt bereits der Abschluss des Liefer- oder Leistungsvertrags mit dem Handwerker, nicht erst der Baustart. Reine Planungsleistungen sind davon ausgenommen.
Wer also einen Handwerker beauftragt und erst danach an die Förderung denkt, hat sie unwiderruflich verloren. Nach Antragstellung haben Sie in der Regel mehrere Jahre Zeit für die Umsetzung. Pflicht ist außerdem die Einbindung eines in der dena-Liste geführten Energieeffizienz-Experten, der die technische Projektbeschreibung und nach Abschluss die Bestätigung erstellt.
BAFA-Zuschüsse lassen sich mit einem zinsgünstigen KfW-Ergänzungskredit kombinieren, nicht jedoch mit der steuerlichen Förderung nach Paragraf 35c Einkommensteuergesetz für dieselbe Maßnahme. Hier müssen Sie sich entscheiden, wobei der BAFA-Zuschuss in der Regel der höhere Vorteil ist. Verschiedene Maßnahmen am selben Gebäude können dagegen getrennt über BAFA und KfW gefördert werden. Hinzu kommen oft regionale Programme von Land oder Kommune, die sich teilweise zusätzlich kombinieren lassen.
Die Bundesregierung plant mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz eine Ablösung des bestehenden Gebäudeenergiegesetzes im Jahr 2026. Wie das Gesetz konkret aussehen wird und welche Förderungen es danach geben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt. Es gibt zudem Hinweise, dass im weiteren Jahresverlauf Anpassungen bei den Förderbedingungen möglich sind. Für Eigentümer mit konkreten Sanierungsplänen spricht das eher dafür, die bestehenden, gut planbaren Konditionen jetzt zu nutzen, statt auf eine ungewisse spätere Regelung zu warten. Verlassen Sie sich vor einer Antragstellung immer auf die zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen offiziellen Konditionen.
Die BAFA-Förderung ist großzügig, aber formal streng. Drei Dinge sind entscheidend: Erstens, klären Sie früh, ob ein iSFP sinnvoll ist, denn er verdoppelt die Fördergrenze. Zweitens, stellen Sie den Antrag immer vor dem Handwerkervertrag. Drittens, binden Sie von Anfang an einen gelisteten Energieeffizienz-Experten ein, ohne ihn ist gar kein Antrag möglich.
Als dena-gelisteter Energieberater in Ostwestfalen-Lippe übernehmen wir genau diese Schritte: Wir prüfen Ihr Vorhaben, erstellen bei Bedarf den iSFP, kümmern uns um die korrekte Antragstellung und sorgen dafür, dass kein Euro Förderung verloren geht. Ein kostenloses Erstgespräch klärt, welche Programme für Ihr Gebäude infrage kommen.
Als zertifizierte Energieberater in Ostwestfalen-Lippe prüfen wir Ihr Vorhaben und sichern die maximale Förderung. Ein kurzes Erstgespräch klärt mehr als jeder Online-Rechner.